
Wer mit seinen Großeltern aufwachsen darf, ist gesegnet. Von ihnen kann man lernen, sie lassen viel mehr durchgehen und sie lieben einen über alles. Auch Andreas Gabalier (aktuelles Album: „Volks-Rock ’n’ Roller“) hatte dieses Glück. Sein Opa ist leider verstorben, aber Gott sei Dank hat er noch seine Oma Maria.
Wir begleiteten Andreas Gabalier und seine geliebte Großmutter bei einem Ausflug auf eine Jagdhütte in der Steiermark (Österreich). Auf 1.800 Metern Höhe hatten die zwei eine wunderschöne Zeit.
„Dass ich das noch erleben darf. Ich dachte, dass ich es nie mehr hier nach oben schaffe. Es ist traumhaft und ein unvergesslicher Tag für mich“, erklärt Maria Knauder. Wir sprachen mit dem Sänger und seiner Oma Maria…
Was bedeuten Sie einander?
Oma Maria: Andi ist mein Lieblingsenkel. Einzauberhafter Bub. Die anderen Enkel sind mir zwar auch lieb, aber er ist etwas Besonderes. Ich habe mich auf den heutigen Tag so gefreut. Andreas hat gesagt, dass er eine Überraschung für mich hat und dann hat er mich abgeholt. Der Andi hat so viel Herz.
Andreas Gabalier: Unser Verhältnis ist sehr prägend und vor allem innig. Sie ist für mich der wichtigste Mensch.
Frau Knauder, Ihnen ging es in den vergangenen Wochen nicht so gut...
Oma Maria: Ich hatte eine schwere Zeit. Ich habe mir ein Mittel in die Augen geträufelt, das eigentlich zur Behandlung von Hornhaut an den Füßen ist. Die Ärzte hatten Bedenken, dass ich blind werden würde. Stundenlang haben sie meine Augen gespült.
Haben Sie manchmal Angst um Ihre Großmutter?
Andreas Gabalier: Ab und zu. Sie ist ja immerhin 86. Altersbedingt gibt es da schon Probleme. Zum Beispiel mit dem Herzen. Sie hat vor einigen Jahren einen Schrittmacher bekommen. Deshalb kann sie nicht mehr so wild springen und hat manchmal Probleme, Luft zu bekommen. Oder die Sache, als sie sich das falsche Mittel in die Augen gemacht hat. Das sind Momente, wo ich mir ein wenig Sorgen mache. Aber ich weiß, dass Oma eine Kämpferin ist und sich nicht unterkriegen lässt.
Oma Maria: Mir geht es sehr gut. Ich bin so glücklich, dass ich überhaupt noch sehen kann. Und dass ich noch lesen kann. Blindheit wäre für mich ein Drama.
Es gab eine schwere Zeit in Ihrem Leben…
Oma Maria: Ja, als Andis Papa gestorben ist (er nahm sich 2007 das Leben, Anmerkung der Red.). Das war für die ganze Familie schrecklich. Ich bin damals viel zu dem Jungen gefahren, habe versucht ihn aufzubauen und ihm Witze erzählt. Ich wollte ihn beschützen. Ich hatte so eine Angst um ihn, habe sehr um ihn gebangt. Gott sei Dank hatte er damals die Musik.
Was haben Sie Ihrem Enkel mitgegeben?
Oma Maria: Ich habe ihm immer beigebracht: Alles kann man verlieren, nur die Heimat nicht. Wir hatten immer nur die Familie. Und das ist für uns das Wichtigste bis heute. Vielleicht sind der Andi und ich deshalb so eng. Außerdem habe ich immer gesagt: Sei stets ehrlich und bescheiden. Das ist er bis heute geblieben.
Andreas, machen Sie sich Gedanken über die Zukunft?
Andreas Gabalier: Ich genieße meine Freiheit. Es gibt keinen Gedanken an den nächsten Tag. Ich lebe jeden Tag, als ob er der letzte wäre. Man weiß ja nie, was kommt. Ich plane nicht so lange voraus.
Sind Sie ein gläubiger Mensch?
Andreas Gabalier: Ich habe den Glauben von zu Hause mitbekommen. Wenn ich unterwegs bin, gehe ich oft in eine der Kirchen am Wegesrand und zünde eine Kerze an. Manchmal für die Oma, die Schwester, den Papa. Es kommt immer ganz darauf an.
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Seine Karriere als Musiker begann 2009. Nach einem Aufrtritt im Musikantenstadl nahm er bei einem Vorentscheid zum Grand Prix der Volksmusik teil - und sang sich auf Platz zwei.
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Veröffentlicht in Das Neue Blatt








